Peergroup

Peergruppen und damit Peerlearning fördern den handlungsorientierten Ansatz der Heidelberger Weiterbildung in Mediation. Unsere Ausbildung besteht daher nicht nur aus dem Besuch der vorgeschriebenen Seminare, sondern setzt auch voraus, dass sich zwischen den Seminaren die Ausbildungsteilnehmer in Interessensgruppen (peer groups) treffen. Im geschützten Rahmen und auf gleicher Augenhöhe tauschen die Teilnehmer ihr Wissen und Können aus, das sie aus den Seminaren mitgenommen haben, testen und vertiefen dies im virtuellen Raum.

 

Der Peergruppenaustausch ist als Ausbildungsbegleitung obligatorisch, um zwischen den Seminaren mit der Methode der Mediation in Kontakt zu bleiben. Insgesamt sind zusätzlich zu den 120 Stunden der Grundausbildung von den Teilnehmern 20 Stunden Peergruppentreffen eigenverantwortlich zu organisieren und durchzuführen.

 

Es existiert eine geschützte Plattform der Alumni des Heidelberger Instituts in die sich jeder Teilnehmer der Ausbildung einloggen und sich räumlich vernetzen kann.

 

Um diese zusätzliche Tool in der Ausbildung zu unterstützen, geben wir unseren Teilnehmern folgende Zeitstruktur als Anregung:

 

Wir schlagen vor, die 20 Stunden Peergroup-Arbeit auf 6 Termine aufzuteilen mit einer Zeitstruktur wie folgt:



15 Min. BEGINN

Ankommen, Befindlichkeit, was ist seit dem letzten Seminar / PeergroupTreffen in Bezug auf Mediation bei mir passiert? Ist noch eine Frage aus dem letzten Training / Peergruppentreffen offen bzw. neu aufgetaucht?

 

50 Min. Literaturarbeit/Video anschauen/allgemeine Besprechung von Fragen

 

25 Min. PAUSE (das leibliche Wohl und das Informelle nicht vergessen)

 

90 Min. ROLLENSPIELE in unterschiedlicher Besetzung / unterschiedlichen Rollen, Wechsel der Mediatoren, Feedback der Beobachter

(10 Min. Einweisung, 20 Min. erster Durchgang, 10 min. Feedback, 20 Min. zweiter Durchgang – Neustart oder Fortsetzung-, 15 Minuten Feedback)

 

15 Min. ABSCHLUSS

Was war heute für mich wichtig, aufschluss-/hilfreich? Organisation des nächsten Treffens

 

3 Std. 15 Min.



Inhaltliche Ausrichtung sollte entsprechend den Seminaren wie folgt gestaltet werden:


Peergroup 1 (nach dem „Grundlagenkurs“)

Ziel: erste Sicherheit in der Struktur und Prinzipien der Mediation

 

Vorschlag des Umsetzens:

  • Das Lehrvideo (`Inside Mediation´ von Lis Ripke) gemeinsam anschauen und diskutieren
  • Unterlagen aus dem Grundlagenkurs durcharbeiten
  • Rollenspiel aus dem Grundlagenseminar nachspielen

Peergroup 2 (nach „Kommunikation und Verhandeln“)

Ziel: Sicherheit im Paraphrasieren; Sicherheit in den Begriffsdefinitionen von: Position, Thema, Interesse/persönliches Anliegen)

 

Vorschlag des Umsetzens:

  • Literaturarbeit: Artikel von Stefan Kessen in Perspektive Mediation - 2010/2 vorstellen und diskutieren
  • Seminarunterlagen aus Kurs Kommunikation und Verhandeln nacharbeiten
  • Vollständige Eingangsvereinbarung fürs eigene Konfliktfeld formulieren, diskutieren und austauschen
  • Rollenspiel Edinger in Phase 2. und 3. nachspielen

Peergroup 3 (nach „Konflikte“)

Ziel: Haltung als Mediator, ausgewogene/allparteiliche Führung des Mediationsprozesses

 

Vorschlag des Umsetzens:

  • Rollenspiel in Phase 1. und 2. (neuer Umgang mit Konflikt in der Mediation für die Medianten erfahrbar machen)
  • Nachbesprechung des Seminars, was ist hängen geblieben…
  • Literatur aus der Literaturliste auswählen.

Peergroup 4 (nach „Die Rolle des Rechts in der Mediation“)

Ziel: Verschiedene Einführungsmöglichkeiten des Rechts üben

 

Vorschlag des Umsetzens:

  • Im Rollenspiel - möglichst Co - Jurist / anderer Beruf.

    Jurist übt Einführung des Rechts inhaltlich - warum macht der Gesetzgerber das so?

    Anderer Beruf: Versteht den juristischen Ansatz, leitet über zu Gerechtigkeitsprinzipien.
  • Entscheidung wie man es selbst in der Mediation machen will, Co-Paare bilden.
  • Text Skript nacharbeiten und diskutieren.

Peergroup 5 (nach „Settings“)

Ziel: Reflexion über Zugang zur Praxis, unterschiedliche Settings üben

 

Vorschlag des Umsetzens:

  • Rollenspiel (Mehr-Parteienkonflik und Co-Mediation)
  • Austausch über Marketing, Netzwerkarbeit etc.

Peergroup 6 (nach „Mediation von A-Z“)

Ziel: absolute Sicherheit in der Struktur, üben von Visualisierung

 

Vorschlag des Umsetzens:

  • Reflexion der Phasen, vielleicht anhand eigener Fälle
  • Besondere Bedeutung der Auftragsklärung in der Mediation
  • Rollenspiel (eigener Fall?) in Phase 3. und 4.
  • Literaturarbeit

Vorschlag: Auch nach dem ersten Peergrouptreffen sollte das Video zu den zu bearbeitenden Phasen in den Folgetreffen erneut angeschaut werden. Als Rollenspiele können die Rollenspiele aus den Seminaren verwendet werden, da so ein schneller Einstieg und ein gemeinsames Rollenverständnis gewährleistet wären.

Zudem ist es ratsam, wenn vereinbart wird, dass ein Teilnehmer einen aktuellen Artikel oder ein Buch liest, dies vorstellt und dann in der Gruppe gemeinsam darüber diskutiert wird.


Gerne sprechen wir mit Ihnen über die Möglichkeiten:
06221 / 47 34 06