Heidelberger Mediationskongress 2005


"Mediation zwischen Vision und Wirklichkeit“

hatte die Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) ihren 5.Fachkongress überschrieben, der am 4. und 5.März 2005 in Heidelberg stattfand. Inhaltlich vorbereitet vom Heidelberger Institut für Mediation durch deren Leitung Lis Ripke und Professor Dr. Reiner Bastine, leistete der Kongreß thematisch und strukturell eine Standortbestimmung der aktuellen Debatte um Mediation. Die Atmosphäre der alten Heidelberger Universität, die Tradition, Gediegenheit, Neugierde, Erfahrung und Offenheit gleichermaßen repräsentiert, war ein locus inspirandis für das gesamte Treffen, eine sinnlich unterstützende Voraussetzung für Austausch, Diskussion, schöne Anstrengung und Muße.



Eindrücke vom 5. Fachkongress der BAFM


Lis Ripke, Moderator Arnd Küppers, Prof. Dr. Reiner Bastine bei der Eröffnung. In der Aula der Heidelberger Universität
Das "BAFM-Urgestein" von links: Jutta Lack-Strecker, Sprecherin der BAFM Berlin, Heiner Krabbe, Mediationswerkstatt Münster, Dr. Gisela Mähler, Eidos-Projekt München, Christoph C. Paul, Sprecher der BAFM Berlin Die Referenten des ersten Tages zusammen auf der Bühne.
Von links: Prof. Dr. Christian Katzenmeier, Universität Köln, Prof. Dr. Angela Mickley, Berlin, Prof. Dr. Manfred Bornewasser, Universität Greifswald, Cathrin Kahlweit, Süddeutsche Zeitung, Prof. Dr. Georges Fülgraff, Berlin
Beim Empfang im Großen Rathaussaal der Stadt Heidelberg durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Heidelberg, Beate Weber. Gala-Diner im Palais Prinz-Carl
Ergebnis des Open-Space-Workshops "Malerische Impressionen zu Neutralität und Autonomie", geleitet von Friederike Woertge / Nürnberg, Mediatorin, Rechtsanwältin, Malerin. Friederike Woertge / Nürnberg, Mediatorin, Rechtsanwältin, Malerin, Workshopleiterin.

In der Einladung hatte es geheißen: „Wir wollen uns verstärkt mit den Visionen beschäftigen, die die Mediation an die Gesellschaft vermitteln kann und die uns möglicherweise von der Gesellschaft aufgetragen werden.“ Dazu legte am ersten Tag das Referat von Frau Prof. Dr. Angela Mickley, Professorin für Friedenserziehung an der Fachhochschule in Potsdam, die Grundierung. Ihre Erfahrung aus der Friedensarbeit in Namibia öffnete den Radius, in dem Mediation Anwendung finden kann und sollte. Ergänzt durch „Aussenansichten auf Familienmediation“ durch Prof. Dr. Bornewasser aus Greifswald, über die Zukunft der „public health“ durch Prof. Dr. Georges Füllgraff sowie Aspekte des Zivilrechts von Prof. Dr. Katzenmeier aus Köln bewegte das Auditorium darüber hinaus die Problematisierung einer Autorin der Süddeutschen Zeitung, Cathrin Kalweit, inwieweit Mediation als Konfliktbearbeitungsmethode bereits genügend im Bewußtsein der Gesellschaft Platz gegriffen habe.

 

Kommentiert wurden die Impulsreferate durch Gründungsmitglieder der BAFM, Jutta Lack-Strecker, Berlin, Dr. Gisela Mähler, München, Heiner Krabbe, Münster und Christoph C. Paul, Berlin. Im weiteren wandten sich die Kongressteilnehmer unterschiedlichsten Teilaspekten wie Fallarbeit, Gerechtigkeitsaspekten, künstlerischer Gruppenarbeit, Binationalität etc. zu, in der vielen noch ungewohnten Methode des Open space, einer speziellen Form der variablen Gruppenarbeit, die Spontaneität, Mobilität und Verantwortung der Einzelnen fürs Ganze betont. Es wurde deutlich, dass die Mediation für die meisten der knapp 250 Teilnehmer/innen eine feste Größe ihres Arbeitsalltages und ihrer beruflichen Orientierung darstellt, dass die Mediation an der Schwelle breiterer Akzeptanz und Ausdifferenzierung, auch im gerichtsnäheren Raum, angekommen ist und – last, but not least - dass die aktuellen Debatten auf den verlässlichen Fundamenten und Visionen der Gründergeneration in der mediativen Arbeit in Deutschland aufbauen kann.

Sabine Zurmühl,
aus: Mediationsreport 5/2005

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